Einfach nur frei durch die Ostkueste!

Von Kerikeri am Hauraki Gulf vorbei, ueber Coromandel und ab ins tolle Tauranga!

Ja, mit Updates ist es so eine Sache, aber heute haben wir es endlich mal wieder ins Internetcafe geschafft! J

Wenn ich so recht ueberlege, war der letzte Stand, dass wir gluecklich und sesshaft in Kerikeri im Northland waren. Seid dem sind nun wirklich einige Wochen vergangen und wir befinden uns jetzt in Tauranga, bzw. Mt Maunganui, dem absolut hippen, besten Stadtteil von Tauranga: direkt am kilometerlangen Sandstrand,  ein Surferparadies aus Sonne, Cafes und jede Menge Ozean.

Unser Weg bis hierhin war ziemlich aufregend, da wir in Kerikeri sogar noch mehrfach Arbeit als „Kiwipflanzenpfleger und –bluetenpfluecker“ hatten. Es klingt sicher komisch, aber es wurde wirklich erwartet, dass wir pro Tag 10 kg Blueten pfluecken ;)

 

Irgendwann nach 4 Wochen in Kerikeri hat es uns einfach ins Unbekannte gezogen, also haben wir unsere 7 Sachen gepackt und sind (ohne Tacho, der ist mal eben ausgefallen), Richtung Auckland auf die Halbinsel bei Orewa gefahren, die zumindest auf der Karte wie pure Natur aussah. Naja, als wir dann nachts dort angekommen sind, haben wir leider feststellen muessen, dass tatsaechlich fast jeder qkm mit Strassen und Haeusern bepflastert war… Am naechsten Morgen sahen wir allerdings, dass direkt am Ende der Halbinsel der Shakespeare Regional Park lag, in dem wir gluecklicherweise campen/parken durften. Der Park liegt genau an einer wunderbaren Bucht mit Blick auf den Hauraki Gulf und ist ein Schutzgebiet fuer neugierig herumspazierende Pfauen (siehe Bilder) und Pukekos.. Leicht erschoepft vom Rumgefahre, haben wir unser Fruehstueckszeug gepackt und sind an den Strand, wo wir tatsaechlich als erstes Rueckenflossen in weiter Ferne im Wasser erkannt haben: Orcas! Was fuer ein Morgen…

Nach 2 Naechten sind wir erstmal wieder durch Auckland und haben die, als Diamant der Nordinsel bezeichnete, Halbinsel Coromandel angesteuert. Die raue und irgendwie abweisende Westkueste entlang haben wir in Thames Stopp gemacht, allerdings war es dort sehr backpackerabweisend, so dass wir vom Besitzer eines Holiday Parks verjagt und somit gezwungen worden, am Strassenrand zu uebernachten.

 

Aber da unser Auto (Spitzname „Ghetto Gerlinde“) immer fuer eine Ueberaschung gut ist, spielten am naechsten Morgen erstmal die Scheibenwischer zusammen mit der Warnblinkanlage verreuckt und wir mussten wieder die AA (ADAC) anrufen – wieder zurueck zum Mechaniker nach Auckland! Nachdem wir also wieder ein funktionierendes Auto MIT Tacho hatten, haben wir uns diesmal zur Ostseite Coromandels aufgemacht, die als weisssandiges Touristenparadies ausgeschildert wird (P.S. Seid Kerikeri sind wir also schon gewissermassen wildcampend unterwegs).

Die ersten zwei Naechte hatten wir mit einem sehr netten deutschen Paerchen verbracht, mit denen wir sogar unter einem Anflug von Heimweh, echt Kartoffelpuffer selber gemacht hatten. Danach ging es Richtung Hahei, wo wir inmitten von khakifarben gekleideten und mit Unmengen Touristenbrochueren ausgestatteten Gruppentouren erst an den Hot Water Beach sind,  wo aus 2 km Tiefe, 64 Grad heisses Wasser an die Oberflaeche kam und man mit einem Spaten ein Loch direkt am Strand gebuttelt hat um mit am kalten Ozean ein nettes, heisses Bad zugeniessen. Allerdings wurden wir dann von einer Horde Schnappschussamerikaner verjagt und sind mit dem Van zur Cathedral Cove gefahren, einer riesigen Kalkklippe, die von den Meeresstroemungen zur Bruecke ausgespuelt wurde. Man musste vom Parkplatz relativ weit klettern und ist auf dem Weg zur Cove an der Stingray Bay vorbei (siehe Bilder). Zur Cove selbst haben wir es nicht geschafft, weil mir dank des ewigen Wetterumschwunges ziemlich umkipperich war…

 

Nach all dem Gereise, wurde allerdigns das Geld wieder knapp (obwohl der Diesel echt nur 50 ct pro Liter kostet), und so sind wir mit Zwischenstopp in Waihi Beach nach Katikati gefahren, wo angeblich sehr viele Backpacker fuer Plantagenarbeit gesucht wurden. Nur sind wir anscheinend etwas zu spaet gekommen, also haben wir uns vorgenommen, die Gegend zu erkunden und sind Richtung Wald, die mit Schafen bedeckten Huegel hoch gefahren. Da wir immernoch einen Schlafplatz gesucht haben, hatte uns das letztendlich eine wunderbare Erfahrung beschert, da uns ein englisches Einwandererpaerchen erlaubt hatte, auf deren Grundstueck zu parken/uebernachten und sogar beim selbstgekochten Essen mitzugeniessen. Nach sehr langen Gespraechen und etlichen Tassen Kaffee, sind wir allerdings doch am naechsten Morgen weiter in das nahegelegene Tauranga.

 

Hier sind wir jetzt auch schon seid… bestimmt 3 Wochen (man vergisst ein bisschen die Zeit, wenn man nicht jeden Tag Hausaufgaben oder Klausuren hinter sich bringen muss).

Wir haben ein wunderbares Hostel entdeckt, in das wir uns immer mal wieder einbuchen, um Waesche zu waschen und mal zu backen oder richtig zu kochen (der Campingkocher bringt nicht mal das Wasser auf Nudelkochtemperatur). Paul hat sogar mit Hilfe von Martins Rezept, zwei richtig lecker aussehende (und noch wichtiger: schmeckende!!!) Stollen gebacken! J

Zusammen mit den anderen netten Reisenden haben wir auch schon die Klippen zum wunderbaren Wairere Wasserfall bewandert, was schwieriger war, als man denken koennte (der Wasserfall ist min. 150 m und verhaeltnismaessig steil ;)). Am 5. Dezember sind wir nochmal nach Auckland gefahren, wo wir den Dalai Lama sehen wollten, was insgesamt ein wirklich beeindruckender Nachmittag war. Die letzte Woche sind wir ins suedlichere Rotorua gefahren – eine Stadt mit auf dem vulkanischen Hotspot der Nordinsel, es gab also reichlich blubbernde Matschseen, Rauchschwaden und einen allumfassenden Gestank (ein Mix aus verfaultem Ei, Schweissfuss, Pipi und mehr), der nicht nur ueber der ganzen Gegend lag, sondern nach einem erholsamen Bad in den Hot Pools auch tagelang an uns. Trotzdem hatten wir dort eine tolle Zeit und haben eines Morgens zwischen dem gruenen und blauen See einen Buddhisten getroffen, mit dem wir wunderbar geplaudert hatten und der als Erinnerung gleich noch ein Foto von uns genommen hatte.

 

Mittlerweile haben wir beide einen Job im Café Versailles, einem „authentic french“ Restaurant, im wahrsten Sinne: die Chefs, ein franzoesisches aelteres Paerchen, wie es im Buche steht, halten mich als Kellnerin und Paul als Kuechenhilfe ziemlich auf Trapp und es kann auch wahnsinnig stressig werden, aber wir arbeiten eh nur 2-3 mal die Woche, da macht so ein bisschen Stress sogar Spass!

 

Am 20. Dezember fahren wir nach Auckland, weil ja Oma und Opa kommen J und Weihnachten feiern wir zusammen mit Pauls Onkel Uli, der spontan nach Neuseeland gekommen ist im Just the Ducks Nuts, dem tollen Hostel, wo extra am 24. ein WeihnachtsBBQ fuer die Deutschen veranstaltet wird.

 

Ich hoffe, dass war erstmal genug zum Lesen und wuensche euch noch ein tolle Weihnachtszeit und ein wunderbares Fest! J

 

Maria + Paul

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Kommentare: 1
  • #1

    DieMos (Sonntag, 13 Dezember 2009 10:02)

    Danke Ihr zwei Für Eure schönen Bilder und Texte. Wir hoffen, Ihr seid gesund und guter Dinge. Hier in Deutschland beginnt es zu schneien. Genießt Sonne und Wärme hier verpasst Ihr nichts. Feiern die Maoris auch Weihnachten ? Sind nicht sicher, ob es bei Euch ankommt, bzw. ob Ihr den Text findet.
    Liebe Grüße zum 3. Advent aus Dresden von Omi und Dieter